M. Sc. Marvin Mohr
Design und Konstruktion nachhaltiger Bauten | Modellbau

NISTPLATZ

Urban Mining Student Award 2018 | MA1

Aufgabe
In einem ehemaligen Kalk-Tagebau am Rande der Stadt Rheine, das vor einiger Zeit in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wurde, soll ein nachhaltiges Naturschutzzentrum mit Veranstaltungs- und Übernachtungsmöglichkeit entstehen.
Gemäß der Wettbewerbsanforderung sind alle Gebäude autark und unter dem Aspekt des Urban Mining zu planen.  

Lösung
Das am höchsten Punkt des Wanderweges befindliche Hauptgebäude bietet eine barrierefreie Sanitäreinrichtung und Küche mit Essbereich, sowie im Untergeschoss einen Versammlungsraum mit Blick über den See. Von dort verläuft ein thematisch begleiteter Pfad hinunter bis zum Wasser, entlang dem sich die Schwalbennester mit Schlafräumen an den Hang klammern. Alle Gebäude können mit Ausnahme der Stahlträger durch den ortsansässigen Verein und Helfer errichtet werden, die Strohdämmung kommt von Nachbarfeldern. Außerdem soll eine Vereinbarung getroffen werden, dass die Aufforstung der aus regionalen Fichtenwäldern entnommenen Hölzer mit heimischen Bäumen durchzuführen ist. Dies trägt zur Entstehung eines gesunden Mischwaldes bei und fördert somit zusätzlich die Artenvielfalt.
In einem Naturschutzgebiet einen aufwändigen Rückbau nach Jahren zu erwarten ist sehr optimistisch. Daher können alle Gebäude durch Entfernen der noch brauchbaren und daher wertvollen Photovoltaik-Schindel und Verglasungen der Natur zurückgegeben werden. Die übrig bleibende Konstruktion aus Holz und Stroh, leimfrei verbunden durch Holznägel- und Dübel, ist nicht nur zu 100% kompostierbar, sondern bietet auch den diversen unter Schutz stehenden Arten ein neues Zuhause. So dienen die Gebäude nach der kurzen Nutzung durch den Menschen noch viel länger der Natur. Der innen verwendete, reine Kalkputz fällt zurück in die Grube. Anschließend können die nun frei liegenden Stahlträger demontiert werden, der Materialwert des Stahls finanziert leicht die aufwendige Demontage nach 100-200 Jahren.

Die Jury hat den Entwurf einstimmig mit einer Anerkennung gewürdigt. Als besondere Stärken wurde die Rückeroberung durch die Natur als Nachnutzungskonzept, eine sehr gute Platzierung und Einbindung in die Topografie, sowie die gute Erschließung des Haupthauses und der Einklang mit der Natur hervorgehoben. UMSA 2017/18

Betreuung
Lehrstuhl für Baukonstruktion, Entwerfen und Materialkunde
Prof. Annette Hillebrandt | Petra Riegler-Floors | Lena Schalenbach

Bergische Universität Wuppertal

 


 
 
 
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